Nicht unbedingt.

Für den Beginn einer Lerntherapie ist eine medizinische Diagnose in vielen Fällen nicht zwingend erforderlich. Entscheidend ist zunächst, wo genau Ihr Kind Unterstützung braucht, damit gezielt gefördert werden kann.

In meiner Praxis arbeite ich daher mit einer pädagogischen Förderdiagnostik. Dabei schaue ich mir unter anderem an:

  • Lesegenauigkeit und Lesetempo

  • Rechtschreibstrategien

  • Sprach- und Wahrnehmungsfähigkeiten

  • Aufmerksamkeit und Lernstrategien

Diese Einschätzung hilft dabei, die Förderung genau auf die Bedürfnisse Ihres Kindes abzustimmen.

Wann ist eine medizinische Diagnose sinnvoll?

Eine fachärztliche oder psychologische Diagnostik kann dann notwendig sein, wenn eine offizielle Anerkennung benötigt wird, zum Beispiel:

  • für einen Antrag auf Eingliederungshilfe (§35a SGB VIII) beim Jugendamt

  • für bestimmte schulische Nachteilsausgleiche

Solche Diagnosen werden in der Regel erstellt durch:

  • Kinder- und Jugendpsychiater

  • sozialpädiatrische Zentren (SPZ)

  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder psychologische Psychotherapeuten

Was ist der Unterschied?

Eine medizinische Diagnostik dient vor allem der offiziellen Anerkennung einer Lese-Rechtschreib-Störung.

Eine pädagogische Förderdiagnostik hingegen hat ein anderes Ziel:
Sie zeigt ganz konkret, wo ein Kind Unterstützung braucht, damit die Förderung im Alltag wirksam ansetzen kann.

Gerade für den Beginn einer Lerntherapie ist diese pädagogische Sicht oft besonders hilfreich, weil sie direkt auf die praktische Förderung ausgerichtet ist.


Die Dauer einer Lerntherapie ist individuell und hängt davon ab, welche Lernschwierigkeiten vorliegen und wie lange sie bereits bestehen.
In vielen Fällen begleitet die Förderung Kinder über mehrere Monate oder auch über einen längeren Zeitraum, damit grundlegende Fähigkeiten in Ruhe aufgebaut und gefestigt werden können.
Wichtig ist dabei: Lerntherapie ist kein kurzfristiges Training, sondern ein Schritt-für-Schritt-Prozess, bei dem sich Fortschritte nach und nach entwickeln.
Zu Beginn der Förderung schauen wir gemeinsam, wo Ihr Kind aktuell steht und welche Unterstützung sinnvoll ist. Auf dieser Grundlage wird die Förderung individuell angepasst und regelmäßig überprüft.

Als Legasthenie bezeichnet man die Problematik, wenn es bei offensichtlich intelligenten Kindern zu einer Diskrepanz zwischen ihren allgemeinen Leistungen und den Leistungen, die sie im Schreib-/Lesebereich erbringen, kommt, welche genetische Ursachen hat. Neuere Forschungen weisen darauf hin, dass eine Legasthenie zu einem großen Teil genetisch bedingt ist. Bisher wurden sechs Regionen auf den Chromosomen 1, 2, 3, 6, 15 und 18 identifiziert, die die Lese- und Rechtschreibfähigkeit indirekt beeinflussen. Diese Erbinformationen, welche differente Sinneswahrnehmungen verursachen, machen legasthenen Menschen Probleme beim Erlernen des Schreibens, Lesens und/oder Rechnens. Es ist sehr wichtig, ein Ursachenverständnis zu entwickeln und zu erkennen, welche Bedeutung Zusatzfaktoren haben können und wie sie die Primärlegasthenie beeinflussen.

Dyskalkulie bezeichnet man Schwierigkeiten der Kinder im Umgang mit Zahlen, Zahlenräumen und Grundrechenoperationen. Die Verursachung liegt noch weitgehend im Ungewissen, weil sich die Forschung noch nicht sehr lange mit dieser Problematik beschäftigt. Man nimmt aber an, dass diese ähnliche Ursachen wie die Legasthenie hat.
Welche Form der Förderung ist sinnvoll?
Je nach Situation Ihres Kindes kann eine monatliche Begleitung mit Trainingsimpulsen für zu Hause oder eine regelmäßige wöchentliche Förderung sinnvoll sein.
Welche Form am besten passt, hängt unter anderem davon ab:
  • wie stark die Lernschwierigkeiten ausgeprägt sind
  • wie gut Ihr Kind selbstständig üben kann
  • wie viel Unterstützung im Alltag möglich ist
Im persönlichen Gespräch schauen wir gemeinsam, welcher Weg für Ihr Kind sinnvoll ist.


Kommt es bei offensichtlich intelligenten Kindern völlig unerwartet zu Schwierigkeiten beim Erlernen des Schreibens, Lesens und/oder Rechnens (Dyskalkulie), so sollte man auch eine mögliche Legasthenie/Dyskalkulie in Betracht ziehen und vorerst Beobachtungen tätigen. Grundsätzlich zeigt sich bei legasthenen/dyskalkulen Kindern eine auffällige zeitweise Unaufmerksamkeit, wenn sie schreiben, lesen oder rechnen, also mit Buchstaben oder Zahlen in Verbindung kommen, bei sonstiger guter Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit anderen Tätigkeiten, und es werden insgesamt allerlei Schwierigkeiten mit Buchstaben, Wörtern oder Zahlen beobachtet

Es gibt verschiedene Gründe, die zu Problemen beim Schreiben und Lesen führen, deshalb muss man auch verschiedene Arten und Formen unterscheiden. Bei einer Legasthenie, auch spezielle Lese-Rechtschreibschwäche genannt, handelt es sich um eine genetische Anlage im Menschen, die ein Leben lang vorhanden ist und lediglich durch ein spezielles Training im Schreib- und Lesebereich zu Erfolgen führt. Dagegen ist die Lese-Rechtschreibschwäche eine erworbene, zumeist auch vorübergehende Problematik, die durch psychische oder physische Ereignisse hervorgerufen werden kann.
Die Unterscheidung der Legasthenie und der Lese-Rechtschreibschwäche ist deshalb von größter Wichtigkeit, weil die Förderungen und Interventionen, die in beiden Bereichen stattfinden sollten, unterschiedlich sein müssen. Bei der Förderung eines legasthenen Menschen genügt es nicht, nur im Schreib- und Lesebereich zu arbeiten, sondern man muss unbedingt auch Interventionen zur Schärfung der Sinneswahrnehmungen - die man für das Schreiben, Lesen und Rechnen benötigt - und auch eine Verbesserung der Aufmerksamkeit - das Zusammenführen des Denkens und Handelns - anstreben. Beim LRS-Kind genügt es zumeist, wenn die Ereignisse, welche die LRS hervorgerufen haben, in geregelte Bahnen geleitet worden sind und ein ausgiebiges Training im Symptombereich stattfindet, damit sich Verbesserungen einstellen.

Da das Problem der Legasthenie individuell unterschiedlich ist, so muss auch die Förderung und Hilfe vielschichtig sein. Es gibt keine in sich abgeschlossene Methode, die in jedem Fall zum Erfolg führt! Wichtig ist, dass die Förderung nicht einseitig durch trainieren am Symptom, d.h. durch einseitig verstärkte Schreib- und Lesenübungen, passiert, sondern dass Interventionen zur Schärfung der Sinneswahrnehmungen und Stärkung der Aufmerksamkeit unternommen werden. Das ist die Grundlage des Erfolgs. Diplomierte Legasthenietrainer stützen ihre Arbeit hauptsächlich auf die AFS-Methode, die alle Bereiche trainiert, in denen das legasthene Kind mit einer Primärlegasthenie Schwierigkeiten hat. Die AFS-Methode ist eine völlig offene Methode. Jedes Programm, jedes Konzept, welches zu Verbesserungen der Leistungen bei legasthenen Kindern führt, kann integriert werden, solange die Grundzüge - Schärfung der Sinneswahrnehmungen, Verbesserung der Aufmerksamkeit beim Schreiben und Lesen und ein spezielles Symptomtraining - gewahrt bleiben.
Weil die Fehler beim Schreiben und Lesen lediglich die Symptome einer Legasthenie sind, aber nicht die Ursache. So ist erfahrungsgemäß der Erfolg ziemlich unergiebig, wenn man nur an den Symptomen, jedoch nicht an den Ursachen arbeitet. Dafür entsteht aber beim Kind viel Frust, weil die Erfolge ausbleiben.


Leider gibt es dafür im deutschsprachigen Raum keine einheitlichen Richtlinien. 
In Deutschland bezahlen unter bestimmten, seltenen Voraussetzungen die Jugendämter eine Förderung.

Der früheste Zeitpunkt dafür liegt in der zweiten Hälfte der ersten Schulstufe. Das Kind muss sich schon ausreichend mit Buchstaben und Zahlen auseinandergesetzt haben. Im Vorschulalter kann man zwar differente Sinneswahrnehmungen durch Testverfahren feststellen. Diese müssen aber nicht zwingend eine Legasthenie/Dyskalkulie nach sich ziehen
Als Legasthenie bezeichnet man die Problematik, wenn es bei offensichtlich intelligenten Kindern zu einer Diskrepanz zwischen ihren allgemeinen Leistungen und den Leistungen, die sie im Schreib-/Lesebereich erbringen, kommt, welche genetische Ursachen hat. Neuere Forschungen weisen darauf hin, dass eine Legasthenie zu einem großen Teil genetisch bedingt ist. Bisher wurden sechs Regionen auf den Chromosomen 1, 2, 3, 6, 15 und 18 identifiziert, die die Lese- und Rechtschreibfähigkeit indirekt beeinflussen. Diese Erbinformationen, welche differente Sinneswahrnehmungen verursachen, machen legasthenen Menschen Probleme beim Erlernen des Schreibens, Lesens und/oder Rechnens. Es ist sehr wichtig, ein Ursachenverständnis zu entwickeln und zu erkennen, welche Bedeutung Zusatzfaktoren haben können und wie sie die Primärlegasthenie beeinflussen.
Die Förderung erfolgt im Monatsprogramm (119 Euro)  oder in wöchentlichen Stunden (249 Euro Monatspauschale)
Der Betrag umfasst:
  • die individuellen Förder- bzw. Begleitstunden
  • die Auswertung und gezielte Planung
  • alltagstaugliche Impulse für zu Hause
  • regelmäßige Reflexion und Anpassung
  • individuell zusammengestelltes Material
  • Elterngespräch nach Bedarf
So wissen Sie von Anfang an, womit Sie rechnen können – ohne versteckte Zusatzkosten.

Die Förderung wird quartalsweise (3 Monate) vereinbart.
Das hat einen einfachen Grund:
Lern- und Entwicklungsprozesse brauchen Zeit und Kontinuität, um Wirkung zu zeigen.
Ein einzelner Monat reicht oft für Orientierung – nicht für nachhaltige Veränderung.
Das Quartal bietet:
  • einen realistischen Zeitraum für Entwicklung
  • Verlässlichkeit für Ihr Kind
  • Planbarkeit für Ihre Familie
Nach dem Quartal schauen wir gemeinsam, ob und wie die Begleitung fortgesetzt wird.
Nein. nicht viel aber ​regelmäßig
Die Impulse für zu Hause sind bewusst kurz, konkret und machbar gehalten.
Es geht nicht um „mehr üben“,
sondern um passende kleine Schritte, die sich gut in den Alltag integrieren lassen.
Viele Eltern empfinden das als große Entlastung.