Nicht unbedingt.
Für den Beginn einer Lerntherapie ist eine medizinische Diagnose in vielen Fällen nicht zwingend erforderlich. Entscheidend ist zunächst, wo genau Ihr Kind Unterstützung braucht, damit gezielt gefördert werden kann.
In meiner Praxis arbeite ich daher mit einer pädagogischen Förderdiagnostik. Dabei schaue ich mir unter anderem an:
Lesegenauigkeit und Lesetempo
Rechtschreibstrategien
Sprach- und Wahrnehmungsfähigkeiten
Aufmerksamkeit und Lernstrategien
Diese Einschätzung hilft dabei, die Förderung genau auf die Bedürfnisse Ihres Kindes abzustimmen.
Eine fachärztliche oder psychologische Diagnostik kann dann notwendig sein, wenn eine offizielle Anerkennung benötigt wird, zum Beispiel:
für einen Antrag auf Eingliederungshilfe (§35a SGB VIII) beim Jugendamt
für bestimmte schulische Nachteilsausgleiche
Solche Diagnosen werden in der Regel erstellt durch:
Kinder- und Jugendpsychiater
sozialpädiatrische Zentren (SPZ)
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder psychologische Psychotherapeuten
Eine medizinische Diagnostik dient vor allem der offiziellen Anerkennung einer Lese-Rechtschreib-Störung.
Eine pädagogische Förderdiagnostik hingegen hat ein anderes Ziel:
Sie zeigt ganz konkret, wo ein Kind Unterstützung braucht, damit die Förderung im Alltag wirksam ansetzen kann.
Gerade für den Beginn einer Lerntherapie ist diese pädagogische Sicht oft besonders hilfreich, weil sie direkt auf die praktische Förderung ausgerichtet ist.